Hier in der Gegend gibt es einen bestimmten Prediger einer Freikirche, der allenthalben gelobt wird und dessen Predigten gern per CD oder im internet weiter verbreitet werden. Das ist ja auch gut so und kann durchaus eine segensreiche Seite des internets sein. Ich selber habe mir auch eine seiner Predigten angehört und war eher entsetzt davon. Ich traute meinen Ohren kaum, als ich ihn sinngemäß sagen hörte: ja, die Methodisten, die waren früher mal ganz gut, sind aber heute zu einer lauen Gemeinde verkommen….So etwas finde ich eine Unverschämtheit anderen Gemeinden gegenüber und zeigt einen unglaublichen Hochmut an, denke ich mal. Das komplettiert meine ablehnende Haltung den (meist amerikanisch beeinflussten )Freikirchen nun komplett.
Zufällig wohnt der betreffende Prediger in meiner Nähe und ich traf ihn mal im Supermarkt, wo er gerade mit seinem Auto fortfuhr. Auto ist stark untertrieben, solch einen großen SUV habe ich selten gesehen und man mußte regelrecht zu ihm aufschauen, so hoch war der Sitz. Das nennt man wohl sich auf ein hohes Ross setzen und sich der Welt anpassen (wenn alle einen SUV fahren, will ich gefälligst auch einen haben, ich bin ja schließlich auch wer….). Der Pastor, der mich einst konfirmierte, fuhr eine sogenannte Ente, in den 60er Jahren wohl das billigste erhältliche Auto auf dem Markt, auch heute sieht man sie noch ab und zu, aber wohl mehr als Oldtimer. Wegen der billigen Bauweise gilt das Auto heute nicht mehr als stabil genug und ist sicherheitsmäßig nicht mehr zeitgemäß. Jedenfalls hat damals mein Pastor damit fleißig seine Gemeinde besucht und gepflegt. Wie sich die Zeiten doch ändern. Auch war ich einst in der betreffenden Gemeinde des Predigers eingeladen und war damals schon entsetzt von dieser Kirche. Ein wohl eigens aus den USA eingeflogener und speziell rhetorisch geschulter Prediger hielt die Predigt und es ging fast die gesamte Predigt über immer nur um das liebe Geld. Nach dem Motto: das sei doch eh vom Teufel und es wäre besser, sich davon zu trennen und es der Kirche zu geben, Gott habe einen fröhlichen Geber lieb und wer hier auf Erden geizig sei, zu dem würde Gott einst auch geizig sein.
Also kurz gesagt, wenn das Geld im Kasten klingt, die Seel e aus dem Fegefeuer springt. Wie im Jahre 1490, zur Zeit Martin Luthers. Ich war froh, daß ich niemand mehr mitgebracht hatte, wie es eigentlich empfohlen war. Nicht schwer zu erraten, wie dem sein Kommentar gewesen wäre: bei euch in der Kirche geht es auch nicht anders her als in der Welt: es geht immer nur um das liebe Geld. …..Und inzwischen weiß ich ja auch, wozu das Geld gebraucht wird, als erstes Mal benötigt der Prediger ein repräsentatives großes Auto.
Auf den Philippinen(amerikanisch orientiert) gibt es ein Sprichwort dazu: wenn Du reich werden willst, dann gründe zuerst mal deine eigene christliche Kirche.
Dort gibt es nämlich dutzende von amerikanischen Freikirchen, die die Filipinos nerven und zuerst mal an deren Geld kommen wollen.
Mein Fazit dazu ist jedenfalls klar: warum bleiben wir nicht unserer deutschen Tradition treu und bezahlen unsere Kirchensteuer und gehen in eine ganz normale deutsche Landeskirche?
Warum müssen wir immer der amerikanischen Tradition folgen und andere Leute reich machen, die dazu noch andere Gemeinden schlecht machen? Getreu nach der Mediamarkt-Mentalität, wer nicht zu uns in die Kirche kommt, der ist blööd. Wir sollten uns vor der Kommerzialisierung der Evangeliumsverkündigung hüten. Dazu gibt es keine Parallele in den Evangelien. Im Gegenteil, Jesus Christus sagt dazu…wer will, der komme zu mir und nehme das Wasser des Lebens gratis.

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